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Schweizerischer Verband
der Physiotherapeutinnen
und Physiotherapeuten
spezialisiert in Urogynäkologie
& Pelvi-Perineologie

Ich bin Patient/in

Die Physiotherapie in der Pelvi-Perineologie ist eine Spezialisierung der Physiotherapie. Sie richtet sich an Menschen jeden Alters mit Beschwerden im Bereich der Harnwege, der Gynäkologie, des Anorektums, der Sexualität oder mit Schmerzen im lumbopelvinen Bereich.

Ihr Ziel ist es, Ihre Lebensqualität zu verbessern, indem sie Ihnen hilft, die Funktionen und den Komfort Ihres Beckenbereichs durch eine individuelle, ganzheitliche und auf Ihre Bedürfnisse abgestimmte Behandlung wiederherzustellen.

Ich möchte mehr erfahren über …

Anatomie und Funktion der Blase

Die Blase ist ein muskulöses Hohlorgan. In ihr sammelt sich der dauernd von den Nieren produzierte Urin wie in einem Regenfass. Ein innerer und ein äusserer Schliessmuskel sorgen dafür, dass kein Urin austritt. Zusätzlich stabilisiert die Prostata die Harnröhre. Der äussere Schliessmuskel ist willentlich
ansteuerbar, kann aktiv zuhalten oder, wenn wir auf der Toilette sind, auch loslassen. Die Füllung der Harnblase wird als Harn- drang empfunden.

 


Veränderung der Anatomie und Funktion durch die radikale Prostata-Operation

Bei der radikalen Prostata-Operation wird die Prostata mitsamt dem inneren Schliessmuskel
entfernt. Die Blase wird oberhalb des äusseren Schliessmuskels an die Harnröhre angenäht. Für die
optimale Wundheilung wird dieser Bereich für einige Zeit mit einem Blasenkatheter ruhiggestellt.
Nach Entfernung des Katheters zeigt sich, wie gut der äussere Schliessmuskel die Kontrolle über
den Urin alleine (ohne den inneren Schliessmuskel) sicherstellen kann. Meist kommt es dann am
Anfang zu ungewolltem Urinabgang, dies vor allem in Bewegung.


Beckenbodenphysiotherapie

• Vor der Operation wird die Wahrnehmung und das Training der Beckenbodenmuskulatur und somit
des äusseren Schliessmuskels gelernt. Zudem wird geübt, diesen bei Alltagsbewegungen und auch im
Sport gezielt einzusetzen.
• Nach der Operation und der Katheterentfernung erfolgen weitere Therapiesitzungen nach Bedarf.
• Die Muskelkräftigung ist ein Prozess, der tägliches Üben erfordert und mehrere Monate dauern kann.
• Nach der Prostata-Operation ist oft auch die Sexualfunktion verändert. Auch hier kann mit gezieltem
Beckenbodentraining geholfen werden

 

Informationen

Schwangerschaft und Geburt stellen eine hohe Belastung für Beckenboden und Bauchmuskulatur dar. In der Schwangerschaft wächst der Bauch, die Bauchmuskeln müssen sich verlängern. Der Beckenboden wird vor allem unter der Geburt stark gedehnt. Möglich ist dies wegen Hormonen, die in der Schwangerschaft ausgeschüttet werden

 


Anatomie und Funktion des Beckenbodens und des Bauches
Der Beckenboden ist ein etwa handgrosser Muskel, der das Becken nach unten abschliesst. Zu seinen Aufgaben gehört das Stabilisieren der Beckenorgane Blase, Darm und Gebärmutter, aber auch die Kontrolle über Stuhlgang und Urin.

Die Bauchmuskulatur besteht aus vier Muskelpaaren, die symmetrisch auf beiden Seiten des Bauches liegen. Neben der Mittellinie des Bauches liegen die geraden Bauchmuskeln, auch Rektusmuskeln genannt. Die seitlichen Bauchmuskeln liegen übereinander seitlich davon: zu innerst der quer verlaufende Transversusmuskel, darüber die beiden schräg verlaufenden Obliquusmuskeln. Miteinander sind sie verantwortlich für Form, Stabilität und Beweglichkeit des Bauches.

 


Probleme in der Schwangerschaft
Durch die verlängerte Muskulatur und das grössere Gewicht treten im Verlauf der Schwangerschaft oft Urinverlust oder Schmerzen in Becken, Bauch oder Rücken auf.

Probleme nach der Geburt
Nach der Geburt steht meist eine Instabilität durch die gedehnten Muskeln im Vordergrund. Diese kann sich durch Verlust von Urin oder Stuhl, Instabilität des Beckenbodens oder des Bauches (Rektusdiastase) sowie Schmerzen im Becken- und Beckenbodenbereich zeigen.

Beckenbodenphysiotherapie
In Schwangerschaft wie auch schon gerade nach der Geburt können Beckenboden und Bauchmuskulatur
gezielt trainiert und so die Folgen der Dehnung kompensiert werden. Die Beckenbodenphysiotherapeutin
kennt dafür geeignete Übungen.

 

Informationen

 

Einnässen (Enuresis Nocturna)

Unter Einnässen oder Bettnässen versteht man nächt-lichen Urinverlust. Man spricht davon bei Kindern
ab einem Alter von 5 Jahren, wenn es während mindestens 3 Monaten mindestens 2x im Monat auf-tritt. Es kann mit oder ohne eine vorangegangene trockene Phase auftreten. Vererbung und psychische Belastung tragen dazu bei

 


Einkoten  (Enkopresis)

Als Einkoten wird willkürliches oder unwillkürliches Absetzen von tuhl nicht auf der Toilette bezeichnet.
Man spricht davon bei Kindern ab einem Alter von 4 Jahren, wenn keine körperlichen Ursachen dafür
vorliegen. Einkoten kann mit oder ohne Verstopfung auftreten und im Zusammenhang mit Vermeidung der
Toilette für Stuhlgang stehen.

 


Anatomie und Funktion von Blase und Enddarm

Die Blase selber ist ein muskulöses Hohlorgan, das nicht willentlich angespannt werden kann. In ihr
sammelt sich der dauernd von den Nieren produzierte Urin wie in einem Regenfass. Ein innerer und ein
äusserer Schliessmuskel sorgen dafür, dass kein Urin austritt. Der äussere Schliessmuskel ist dabei
willentlich ansteuerbar, kann aktiv zuhalten oder, wenn wir auf der Toilette sind, auch loslassen. Man
spricht von der Speicherphase, in der die Blase gefüllt wird, und der Entleerungsphase, in der die Blase sich entleert. In der Nacht, wenn wir schlafen, muss die Entleerungsphase automatisch unterdrückt werden.
Der Enddarm, auch Rektum genannt, liegt oberhalb des Afters im kleinen Becken. Normalerweise ist der
Enddarm leer. In Ruhe hält der innere Schliessmuskel den Analkanal geschlossen. Dabei hilft ihm ein
Venengeflecht, das wie ein weiches Kissen zusätzlich abdichtet. Der äussere Schliessmuskel ist willentlich
ansteuerbar, kann bei Drang aktiv zuhalten oder, wenn wir auf der Toilette sind, auch loslassen. Die
Füllung des Enddarms wird als Stuhldrang empfunden.

 


Beckenbodenphysiotherapie

Jedes Kind mit Entleerungsproblemen (Blase/ Darm) sollte in einem Kinder-Kompetenzzentrum abgeklärt werden, wo entschieden wird, ob mit Medikamenten und/ oder physiotherapeutisch behandelt werden soll. Die auf Kinder spezialisierte Beckenbodenphysiotherapeutin arbeitet mit Körper-Wahrnehmungsübungen, spielerischem Kennenlernen des Beckenbodenmuskels in seiner Funktion, Toilettentraining und bei Bedarf auch mit Biofeedback mit Oberflächenelektroden.

 

Informationen

Bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen, zum Beispiel Parkinson oder Multiple Sklerose (MS), treten
nebst den Bewegungsstörungen auch Störungen in der Kontrolle von Blase und Darm auf. Dies kann sich als
Urin- oder Stuhlverlust, aber auch als erschwerte oder unvollständige Entleerung von Blase oder Darm äussern

 


Nervensystem, Blase und Darm

 

Das Gehirn ist die Kontrollzentrale unseres Körpers, die
Nerven stellen die Verbindung vom Gehirn zum Körper
dar. So werden über komplexe bewusste und auto-
matische Prozesse auch die Funktion der Beckenboden-
muskulatur und von Blase und Darm gesteuert. Bei
neurologischen Erkrankungen können Störungen im
Gehirn, dem Rückenmark oder den Nervenbahnen diese
Steuerung auf verschiedenste Weise beeinträchtigen.


Anatomie und Funktion des
Beckenbodens

 

Der Beckenboden ist ein etwa handgrosser Muskel, der
das Becken nach unten abschliesst. Zu seinen Aufgaben
gehört das Stabilisieren der Beckenorgane Blase, Darm
und Gebärmutter, aber auch die Kontrolle über Stuhlgang
und Urin. Sowohl Blase als auch Darm besitzen einen
äusseren Schliessmuskel. Dieser ist willentlich ansteuerbar,
kann bei Drang aktiv zuhalten oder, wenn wir auf der
Toilette sind, auch loslassen.

 


Beckenbodenphysiotherapie

 

Die Beckenbodenphysiotherapeutin kann durch Befragung und Untersuch erkennen, ob der Beckenboden-
muskel zu viel oder zu wenig Spannung und Kraft hat. Das Ziel ist eine Normalisierung der Muskelspannung
und Kraftaufbau: Genügend Halt im Alltag und genügend Entspannung z.B. auf der Toilette. Zur Normalisierung
der Blasen- oder Darmfunktion kommen Verhaltensstrategien und, je nach Bedarf, auch Elektrostimulation oder
Medikamente zum Einsatz

Informationen
Zystozele, Rektozele, Uterusprolaps

 

Unter Organsenkungen versteht man das Absinken
der Beckenorgane Blase, Enddarm oder Gebärmutter
in die Scheide oder aus der Scheidenöffnung heraus.
Man nennt dieses Absinken bei der Blase Zystozele,
beim Enddarm Rektozele und bei der Gebärmutter
Uterussenkung.
Normalerweise sind diese Organe im kleinen Becken
durch Bindegewebsschichten und die Beckenboden-
muskulatur gehalten.

 


Ursachen einer Organsenkung

 

Verantwortlich für eine Organsenkung ist eine Verletzung oder ein Erschlaffen des Bindegewebes
sowie eine schwache Beckenbodenmuskulatur. Organsenkungen treten nur bei der Frau auf, meistens
nach schweren Geburten oder nach der Menopause. Andauernde Verstopfung und schwere
körperliche Belastung verstärken eine Senkung.

 


Beckenbodenphysiotherapie

 

Bei Organsenkungen wird in der Beckenbodenphysiotherapie der gesamte Beckenboden gezielt trainiert.
Die Muskelkräftigung ist ein Prozess, der tägliches üben erfordert und mehrere Monate dauert.
Zur Entlastung des Beckenbodens kommen Verhaltensstrategien und zusätzlich, je nach Bedarf, auch
Hilfsmittel wie spezielle Tampons oder Pessare zum Einsatz.

 

Informationen

Treten Schmerzen im Beckenbereich auf, ist meistens die
Beckenbodenmuskulatur daran mitbeteiligt. Sie kann dabei
zu viel oder zu wenig Halt geben. Zuviel Muskelaktivität
macht den Beckenboden starr und unbeweglich. Zuwenig
Muskelaktivität macht den Beckenboden locker und instabil.

 


Anatomie und Funktion des
Beckenbodens

 

Der Beckenboden ist ein etwa handgrosser Muskel, der
das Becken nach unten abschliesst. Zu seinen Aufgaben
gehört das Stabilisieren der Beckenorgane Blase, Darm
und Gebärmutter, aber auch die Kontrolle über Stuhlgang
und Urin. Die Beckenbodenmuskulatur muss im Alltag
halten, bei Toilettengängen aber auch loslassen können.
Er spielt auch bei Frau und Mann eine wichtige Rolle in
der Sexualität.

 


Akuter und chronischer Schmerz

 

Ein akuter Schmerz tritt sofort bei einer Verletzung oder
Entzündung auf. Heilen die betroffenen Strukturen ab,
verschwindet der Schmerz wieder. Der Schmerz hilft
dabei, den betroffenen Bereich zu schonen, damit er
gut abheilen kann.
Von einem chronischen Schmerz spricht man,
wenn der Schmerz trotz Abheilen der Verletzung
oder Entzündung nicht innerhalb von 3-6 Monaten
verschwindet. Hier hilft Schonen nicht mehr, und
andere Strategien müssen erlernt werden.

 


Schmerzen und überaktive Beckenbodenmuskulatur

 

Schmerzen erhöhen die Muskelspannung, ein verspannter Muskel wiederum verstärkt den Schmerz. Ist der
Beckenboden zu aktiv, kann dies zu Schmerzen bis in die Geschlechtsorgane und den Unterbauch führen.

 


Beckenbodenphysiotherapie

 

Die Beckenbodenphysiotherapeutin kann durch Befragung und Untersuch erkennen, ob der Beckenbodenmuskel
zu viel oder zu wenig Spannung hat. Das Ziel ist eine Normalisierung der Muskelspannung: Genügend Halt
im Alltag und genügend Entspannung z.B. auf der Toilette. Betroffenen werden Strategien im Umgang mit
chronischen Schmerzen beigebracht.

 

Informationen

Zu den sexuellen Funktionsstörungen gehören bei den Frauen Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, bei den
Männern Erektionsstörungen oder vorzeitiger Samenerguss.
Bei Mann und Frau spielt dabei die Beckenbodenmuskulatur eine wichtige Rolle.

 


Anatomie und Funktion des
Beckenbodens

 

Der Beckenboden ist ein etwa handgrosser Muskel, der
das Becken nach unten abschliesst. Zu seinen Aufgaben
gehört das Stabilisieren der Beckenorgane Blase, Darm
und Gebärmutter, aber auch die Kontrolle über Stuhlgang
und Urin. In der Sexualität spielt er eine wichtige Rolle
bei Erregung und Orgasmus, unterstützt beim Mann
die Erektion und den Samenerguss, bei der Frau die
Befeuchtung der Scheide.

 


Schmerzen beim Geschlechts-
verkehr und überaktive Becken-
bodenmuskulatur

 

Schmerzen erhöhen die Muskelspannung, ein verspannter
Muskel wiederum verstärkt den Schmerz. Ist der Beckenboden
zu aktiv, kann dies zu Schmerzen bis in die Geschlechtsorgane
und den Unterbauch führen. Die Angst vor dem Schmerz
verspannt die Muskulatur zusätzlich, was wiederum zu mehr
Schmerz führt: Man ist in einem Teufelskreis gefangen.

 


Erektionsstörungen, vorzeitiger
Samenerguss und Beckenbodenmuskulatur

 

Eine zu schwache oder zu starre Beckenbodenmuskulatur kann das Aufrechterhalten einer Erektion beein-
trächtigen. Beim vorzeitigen Samenerguss vermindert sich durch eine erhöhte Beckenbodenspannung die
willentliche Kontrolle.

 


Beckenbodenphysiotherapie

 

Die Beckenbodenphysiotherapeutin kann durch Befragung und Untersuch erkennen, ob die Beckenboden-
muskulatur zu viel oder zu wenig Spannung und Kraft hat. Das Ziel ist eine Normalisierung der Muskelspannung:
Genügend Halt im Alltag und genügend Entspannung, z.B. während des Geschlechtsverkehrs. Bei zu aktiver
Muskulatur werden Strategien zur Muskelentspannung beigebracht. Ist die Beckenbodenmuskulatur zu schwach,
wird ein gezielter Kraftaufbau durchgeführt. Je nach Beschwerdebild können auch verschiedene Hilfsmittel wie
z.B. Dehnstäbe oder Elektrostimulation zum Einsatz kommen.

 

Informationen

Unter Stuhlinkontinenz versteht man den ungewollten Abgang von Stuhl, also nicht auf der Toilette. Das Verständnis
von Aufbau und Funktion des Enddarms ist Voraussetzung, um die zu Grunde liegenden Mechanismen zu verstehen.


Anatomie und Funktion
des Enddarms

 

Der Enddarm, auch Rektum genannt, liegt oberhalb
des Afters im kleinen Becken. Die Füllung des
Enddarms wird als Stuhldrang empfunden. Ein innerer
und ein äusserer Schliessmuskel sorgen dafür, dass
kein Stuhl austritt. Der innere Schliessmuskel hält den
Analkanal in Ruhe geschlossen. Dabei hilft ihm ein
Venengeflecht, das wie ein weiches Kissen zusätzlich
abdichtet. Der äussere Schliessmuskel ist dabei
willentlich ansteuerbar, kann bei Drang aktiv zuhalten
oder, wenn wir auf der Toilette sind, auch loslassen.
Normalerweise ist der Enddarm leer. Wenn er sich
füllt, spüren wir Stuhldrang. Falls wir dann nicht auf
die Toilette gehen können, zieht sich der Stuhl wieder
nach oben zurück.

 


Bei Stuhlinkontinenz können zwei Störungen auftreten

 

1. Der äussere Schliessmuskel ist zu schwach. Hier spricht man von einer aktiven Stuhlinkontinenz: Stuhlverlust tritt
bei Stuhldrang auf, weil der Schliessmuskel den Anus nicht genügend kräftig oder genügend lang zuhalten kann.
2. Der innere Schliessmuskel ist zu schwach oder der Analkanal z.B. wegen Hämorrhoiden unvollständig
geschlossen. Hier spricht man von einer passiven Stuhlinkontinenz. Betroffene berichten hier von häufig
unbemerktem Stuhlverlust unabhängig von Drang.
In beiden Fällen kann auch das Fassungsvermögen des Enddarms reduziert sein

 


Beckenbodenphysiotherapie

 

Bei der aktiven Stuhlinkontinenz wird in der Beckenbodenphysiotherapie der äussere Schliessmuskel gezielt
trainiert. Die Muskelkräftigung ist ein Prozess, der tägliches üben erfordert und mehrere Monate dauern kann.
Bei der passiven Inkontinenz wird eine Normalisierung der Stuhlkonsistenz angestrebt und, wenn nötig, Hilfsmittel
angepasst.
Zur Normalisierung der Darmfunktion kommen Verhaltensstrategien und zusätzlich, je nach Bedarf, auch
Ballontraining, Elektrostimulation, Ballaststoffe oder Medikamente zum Einsatz.

 

Informationen

Unter Urininkontinenz versteht man das ungewollte Lösen von Urin, also nicht auf der Toilette. Das Verständnis von
Aufbau und Funktion der Blase ist Voraussetzung, um die zu Grunde liegenden Mechanismen zu verstehen.

 


Anatomie und Funktion
der Blase

 

Die Blase selber ist ein muskulöses Hohlorgan,
das nicht willentlich angespannt werden kann. In
ihm sammelt sich der dauernd von den Nieren
produzierte Urin wie in einem Regenfass. Ein innerer
und ein äusserer Schliessmuskel sorgen dafür, dass
kein Urin austritt.
Der äussere Schliessmuskel ist dabei willentlich
ansteuerbar, kann aktiv zuhalten oder, wenn wir auf
der Toilette sind, auch loslassen. Man spricht von
einer Speicherphase, in der die Blase gefüllt wird, und
einer Entleerungsphase, in der die Blase sich auf der
Toilette entleert. Die Füllung der Harnblase wird als
Harndrang empfunden.

 


Bei Urininkontinenz können zwei
Störungen auftreten

 

1. Der Schliessmuskel ist zu schwach oder arbeitet nicht im richtigen
Moment. Hier spricht man von einer Belastungsinkontinenz. Bei erhöhtem
Druck im Bauchraum, z.B. beim Niesen, Husten oder körperlicher
Anstrengung, kommt es zu Urinverlust.
2. Der Blasenmuskel entspannt sich in der Füllungsphase nicht genügend
lang, zieht sich vor Erreichen der Toilette zusammen. Hier spricht man von
einer Dranginkontinenz oder überaktiven Blase.
Betroffene berichten hier von starkem Harndrang, häufigen WC-Gängen
und /oder Urinverlust vor Erreichen der Toilette.

 


Beckenbodenphysiotherapie

 

Bei der Belastungsinkontinenz wird in der Beckenbodenphysiotherapie der äussere Schliessmuskel gezielt
trainiert. Die Muskelkräftigung ist ein Prozess, der tägliches Üben erfordert und mehrere Monate dauern kann.
Zur Normalisierung der Blasenfunktion kommen Verhaltensstrategien und zusätzlich, je nach Bedarf, auch
Elektrostimulation oder Medikamente zum Einsatz.

 

Informationen

Unter Obstipation versteht man das erschwerte Ausscheiden von Stuhl. Oft ist dabei der Stuhlgang hart.
Toilettengänge sind unregelmässig und Stuhl kann nur unter starkem Pressen ausgeschieden werden.
Teilweise besteht das Gefühl, sich nicht vollständig zu entleeren.

 


Anatomie und Funktion
des Enddarms

 

Der Enddarm, auch Rektum genannt, liegt oberhalb
des Afters im kleinen Becken. Ein innerer und ein
äusserer Schliessmuskel sorgen dafür, dass kein
Stuhl austritt. Der innere Schliessmuskel hält den
Analkanal in Ruhe geschlossen. Dabei hilft ihm ein
Venengeflecht, das wie ein weiches Kissen zusätzlich
abdichtet. Der äussere Schliessmuskel ist dabei
willentlich ansteuerbar, kann bei Drang aktiv zuhalten
und muss, wenn wir auf der Toilette sind, loslassen.
Normalerweise ist der Enddarm leer. Wenn er sich
füllt, spüren wir Stuhldrang. Nur dann ist der Stuhlgang
möglich. Ein weicher, aber geformter Stuhl lässt sich
einfacher ausscheiden als harter Stuhl.

 


Mögliche Ursachen einer Verstopfung

 

1. Zu harter Stuhlgang erschwert das Ausscheiden. Hier spricht man von Obstipation: Eine Ernährung mit
wenig Ballaststoffen, ungenügende Flüssigkeitsaufnahme oder Bewegungsmangel können den Stuhl hart
werden lassen. Zudem ist ein Aufschieben oder Verpassen des „günstigen“ Zeitpunktes für Stuhlgang ein
häufiger Grund. Seltener ist eine langsame Darmpassage oder eine Darmerkrankung mitverantwortlich.
2. Ungenügendes Loslassen des Schliessmuskels. Hier spricht man von einer Dyssynergie: Dabei lässt der
Schliessmuskel auf der Toilette nicht oder zu wenig los und erschwert so die Ausscheidung.

 


Beckenbodenphysiotherapie

 

Bei der Obstipation wird in der Beckenbodenphysiotherapie günstiges Verhalten rund um den Stuhlgang
erarbeitet. Dazu gehören das Erreichen einer günstigen Stuhlkonsistenz, korrekte Haltung auf der Toilette
und das richtige Pressmanöver. Bei ungenügendem Loslassen des Schliessmuskels untersucht die
Beckenbodenphysiotherapeutin diesen genau und trainiert das rechtzeitige Loslassen und Entspannen.

 

Informationen

La vessie hyperactive se caractérise par des envies fréquentes et/ou urgentes d’uriner, avec ou sans perte d’urine.

En cas d’inflammation aiguë de la vessie (cystite), les symptômes peuvent être similaires. Il est donc important d’exclure une infection urinaire.


Comment fonctionne normalement la vessie ?

 

La vessie est comme un ballon : plus elle se remplit, plus ses parois s’étirent.

Pendant la phase de remplissage, les muscles autour de l’urètre (le conduit par lequel s’écoule l’urine) se contractent pour maintenir la vessie fermée. Cela permet à l’urine de s’y accumuler.

À partir d’un certain degré de remplissage, une première envie d’uriner apparaît. Cette envie peut disparaître si l’on ne peut pas aller immédiatement aux toilettes. La vessie a encore une certaine capacité de remplissage.

Lorsque l’on décide d’uriner, le cerveau donne le signal à la vessie de se contracter et, simultanément, à l’urètre et aux muscles du périnée de se relâcher, permettant l’écoulement de l’urine.

En moyenne, une personne qui boit environ 1,5 litre de liquide par jour urine :

  • 6 à 7 fois dans la journée ;
  • 0 à 1 fois pendant la nuit.

Que se passe-t-il lorsque la vessie est hyperactive ?

 

Le muscle de la vessie devient hyperactif et se contracte trop souvent.

Ces contractions provoquent une envie d’uriner fréquente et urgente, même lorsque la vessie n’est pas pleine.

Cette sensation peut survenir notamment :

  • en entendant de l’eau couler ;
  • en arrivant à la maison ;
  • en se dirigeant vers les toilettes.

 

Parfois, cette urgence est accompagnée de fuites urinaires.

Certaines boissons peuvent aggraver les symptômes :

  • café ;
  • thé ;
  • boissons gazeuses ;
  • alcool ;
  • certains jus de fruits.

Quel est le traitement de l’hyperactivité vésicale ?

 

La prise en charge repose généralement sur :

  • l’amélioration de l’hygiène de vie ;
  • la rééducation de la vessie ;
  • les médicaments.

 

En cas d’efficacité insuffisante de ces traitements, d’autres options peuvent être proposées :

  • injections de Botox dans la vessie ;
  • stimulation du nerf tibial postérieur ;
  • neuromodulation sacrée.

Le diastasis des muscles grands droits de l’abdomen (DRA) correspond à un écartement anormal et persistant de la ligne blanche, le tissu conjonctif situé entre les deux muscles droits de l’abdomen.

Il survient le plus souvent après une grossesse, mais peut également apparaître après :

  • une prise de poids importante ;
  • une chirurgie abdominale ;
  • des efforts répétés augmentant la pression intra-abdominale.

 

Cet écartement n’est pas une « déchirure musculaire » : les muscles restent intacts, mais leur connexion centrale est distendue.


Comment est-il mesuré ?

 

Le diastasis est généralement évalué cliniquement (largeur et profondeur de l’écartement, qualité du tissu) et peut être confirmé par échographie si nécessaire.

Il n’existe pas un seul seuil universel. Toutefois, de nombreux auteurs considèrent qu’un écartement ≥ 2 cm au niveau de l’ombilic, après la période post-partum précoce, est compatible avec un diastasis cliniquement significatif.


Quelles sont les conséquences possibles ?

 

Toutes les personnes présentant un diastasis ne développent pas de symptômes.

Lorsque des conséquences existent, elles peuvent inclure :

  • une sensation de faiblesse du tronc ou de « ventre qui pousse vers l’avant » ;
  • des ballonnements ou un inconfort digestif ;
  • une sensation de manque de soutien abdominal lors des efforts ;
  • une moins bonne coordination abdomino-pelvienne ;
  • dans certains cas, une association avec des troubles du plancher pelvien (incontinence, pesanteur pelvienne).

 

Pourquoi ?

L’écartement peut altérer la transmission des forces à travers la paroi abdominale et perturber la coordination entre :

  • les muscles abdominaux ;
  • le diaphragme ;
  • le plancher pelvien.

Comment est-il pris en charge en physiothérapie ?

 

La prise en charge est individualisée et vise à améliorer la fonction plutôt qu’à « refermer à tout prix » l’écartement.

Elle peut inclure :

  • l’apprentissage de la respiration et de la gestion des pressions abdominales ;
  • le renforcement du transverse de l’abdomen (muscle profond stabilisateur) ;
  • le travail de la coordination abdomino-pelvienne ;
  • des exercices progressifs et adaptés, du simple vers le fonctionnel ;
  • des conseils posturaux et gestuels pour les activités quotidiennes et sportives.

Quand envisager une chirurgie ?

 

La chirurgie (abdominoplastie avec plicature) n’est pas le traitement de première intention.

Elle peut être discutée dans certaines situations lorsque :

  • le diastasis est important et symptomatique ;
  • une rééducation bien conduite n’a pas permis une amélioration suffisante ;
  • il existe une gêne fonctionnelle marquée ou une hernie associée.

Questions fréquentes

Le périnée ou plancher pelvien

 

Le périnée, ou plancher pelvien, est un ensemble de muscles de la taille d’une main qui ferme la partie inférieure du bassin. Sa forme et sa fonction sont très similaires chez l’homme et la femme, à l’exception de la présence de l’ouverture vaginale chez la femme.

Il est fixé aux os du bassin et agit en coordination avec les muscles abdominaux, dorsaux et le diaphragme. Ensemble, ils forment une unité stabilisatrice du tronc étroitement liée à la respiration.

Grâce à son interaction avec les tissus conjonctifs (fascias et ligaments), le plancher pelvien soutient et stabilise les organes pelviens : la vessie, l’intestin et l’utérus.

Il joue également un rôle essentiel dans le contrôle volontaire de la continence urinaire et anale, grâce aux sphincters externes de la vessie et du rectum ainsi qu’à la musculature périnéale. Ces muscles peuvent être contractés pour retenir l’urine, les selles ou les gaz, ou relâchés pour permettre leur évacuation.

Le plancher pelvien participe aussi à la fonction sexuelle en contribuant au maintien et à la régulation de l’excitation.

Dans la vie quotidienne, cette musculature doit faire preuve à la fois d’endurance, par exemple lors d’une marche prolongée, et de réactivité, notamment lors d’un éternuement ou d’un effort. Son relâchement complet est tout aussi indispensable à son bon fonctionnement.

La rééducation périnéale est indiquée dans de nombreuses situations, quel que soit l’âge ou le genre de la personne.

Voici quelques exemples :

  • Amélioration de la continence : prise en charge des fuites urinaires, fécales ou de gaz.
  • Amélioration de la vidange vésicale et intestinale : accompagnement en cas de constipation, d’infections urinaires à répétition ou de difficultés à vider la vessie.
  • Soulagement des douleurs pelviennes : prise en charge des douleurs liées à des dysfonctionnements lombo-pelviens.
  • Gestion des douleurs liées aux relations sexuelles ou aux règles : accompagnement visant à diminuer les douleurs ressenties.
  • Prise en charge des prolapsus : accompagnement en cas de descente d’organes pelviens.
  • Amélioration du transit intestinal : aide dans les situations de constipation ou d’autres troubles digestifs.
  • Rééducation pré- et post-opératoire : accompagnement avant et après des interventions pelviennes (vésicales, vaginales, anales ou liées à une chirurgie de transition de genre) et abdominales. Par exemple : prostatectomie, hystérectomie ou chirurgie du prolapsus.
  • Rééducation pré-partum et post-partum : accompagnement des femmes pendant la grossesse et après l’accouchement.

En pelvi-périnéologie, la physiothérapie s’inscrit dans une prise en charge globale et individualisée. Elle vise à comprendre les causes des symptômes, restaurer les fonctions et accompagner chaque patient·e vers une meilleure autonomie en santé.

Les principaux axes de rééducation sont les suivants :

  • Éducation thérapeutique:

Transmission d’informations et d’explications adaptées afin de permettre au·à la patient·e de comprendre son corps, ses symptômes et les moyens d’agir activement sur sa santé.

  • Rééducation musculaire et posturale:

Travail ciblé du périnée associé à une approche globale du corps : correction de la posture, harmonisation des chaînes musculaires et meilleure gestion des pressions intra-abdominales.

  • Prise en charge des tensions:

Traitement manuel des zones douloureuses ou contracturées, complété par l’apprentissage de techniques de relaxation, de respiration, d’étirements et d’auto-massage.

  • Rééducation comportementale:

Accompagnement vers des habitudes quotidiennes adaptées, incluant des conseils d’hygiène de vie et des stratégies pour mieux gérer les symptômes.

  • Intégration dans la vie quotidienne et sportive:

Analyse et ajustement des gestes, postures et mouvements, tant dans les activités journalières que dans la pratique sportive.

  • Prévention et maintien des résultats:

Conseils personnalisés pour préserver les acquis thérapeutiques et favoriser une santé pelvi-périnéale durable.

  • Travail en multi-disciplinarité:

Collaboration avec tous les acteurs de soins entourant la personne.

La première séance commence toujours par une évaluation complète afin d’adapter le traitement aux besoins spécifiques du·de la patient·e.

  1. Discussion : le·la physiothérapeute évalue les fonctions urinaires, ano-rectales, sexuelles et de soutien des organes, ainsi que les facteurs de risque et les comorbidités.
  2. Évaluation physique : analyse de la posture, de la respiration et de la dynamique lombo-pelvienne.
  3. Évaluation physique du périnée : la force, l’endurance, la rapidité, la coordination, le soutien et la tension musculaire sont évalués.

À la suite de cette évaluation, le·la physiothérapeute et le·la patient·e définissent ensemble les objectifs et les modalités de la rééducation.

Les séances peuvent inclure :

  • Exercices de prise de conscience, de relâchement et de renforcement : travail de la mobilité pelvienne, des muscles du périnée ainsi que d’autres régions du corps.
  • Techniques manuelles internes : si nécessaire, un travail manuel par voie vaginale et/ou anale peut être proposé.
  • Biofeedback et électrostimulation : réalisés à l’aide d’une sonde (vaginale ou anale) ou d’électrodes externes. Le biofeedback permet de mesurer l’activité musculaire du périnée et d’aider le·la patient·e à mieux comprendre son fonctionnement grâce à un retour visuel. L’électrostimulation est notamment utilisée pour renforcer les muscles affaiblis en stimulant les fibres musculaires à l’aide de faibles courants électriques ou pour réduire certaines douleurs pelviennes.
  • Conseils et exercices à domicile : un programme personnalisé à réaliser chez soi afin de soutenir les progrès réalisés en séance.

 

Le suivi régulier permet d’évaluer les progrès et d’adapter le traitement. L’objectif de la physiothérapie est de donner au·à la patient·e les outils nécessaires pour améliorer durablement ses symptômes et gagner en autonomie.

Pour débuter une prise en charge, une prescription médicale est nécessaire.

Elle peut être établie par tout médecin (médecin généraliste, gynécologue, urologue, proctologue, médecin du sport, etc.).

Les séances doivent débuter dans les 5 semaines suivant la date de la prescription.

Elles sont couvertes par l’assurance de base (LAMal). Pendant la grossesse (à partir de la 13e semaine) et jusqu’à 8 semaines après l’accouchement, les séances sont entièrement prises en charge dans le cadre de l’assurance maternité.